Coaching

Kompetenz Cäsar
Finger heben

Coaching für wen?

Im Sport ist ein Trainer, ein „Coach“ für uns vollkommen selbstverständlich. Regelrecht wie Popstars werden erfolgreiche Teamchefs von ihren Sportmannschaften und Profisportlern gefeiert. Vereine schmücken sich selbstbewusst mit der Person, sowie Leistung des Coaches.

Denken Sie an Heiner Brandt, der die Deutsche Handballnational-mannschaft zum Weltmeistertitel führte. Jeder erinnert sich an Peter Stöger, der den 1.FC Köln aus dem Tal der Tränen in die erste Bundesliga zurückführte. Oder Joachim „Jogi“ Löw, der der Nationalmannschaft und dem DFB unglaubliche Erfolge bescherte.

Diese Entwicklung hat Einzug in unser Privatleben gefunden. Hobbysportler lassen sich im Fitnessstudio von Personal-Trainern Übungspläne erarbeiten und bei der Wahl der richtigen Ernährung unterstützen. Vermehrt treffen wir auf ein „ganzheitliches Coaching“, dass sich neben der sportlichen Beratung auf alle Lebensbereiche des Kunden, des „Coachee“, erstreckt. Der Coach hat sich fest in unser Privatleben integriert.

Allgemein üblich sind Trainingsmaßnahmen und Fortbildungen für Mitarbeiter des Top-Managements. Egal, ob in der Privatwirtschaft, oder in der großen Politik; sehr gerne greift man auf die Unterstützung eines Coaches zurück.

In unserem Berufsleben sind gut gecoachte Führungskräfte nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite bilden die „einfachen“ Mitarbeiter eines Unternehmens. Operativ tätige Mitarbeiter müssen die Entscheidungen ihrer Geschäftsführung unmittelbar umsetzen. Werden neue Aufgaben und Prozesse eingeführt, sind Geschäftsführung und Mitarbeiter über Gebühr beansprucht. Management, wie auch operativ tätige Mitarbeiter benötigen zur Meisterung dieser Krisen Unterstützung und Hilfestellung.

Weiterführende, existentielle Fragen entstehen. Im beruflichen Umfeld entstandene Sorgen und Nöte übertragen sich zunehmend auf das Privatleben des Einzelnen und führen zu weiteren Krisen. Um dieses Wechselspiel zu unterbinden, ist eine rasche Klärung gefordert.

Coaching für was?

Distanz, Skepsis, bis zum direkten Widerspruch finden wir in bestimmten beruflichen Umfeldern gegenüber der Unterstützung durch einen Dritten. Obwohl wir Coaching in Bereichen des Sports, oder der Ernährung fest verankert und anerkannt haben, sind Vorbehalte gegenüber einer Beratung, oder einem Training in konservativen Bereichen immer noch weit verbreitet.

Regressiv geprägte Strukturen sehen es als Schwäche, sich fremder Hilfe zur Lösung von Problemen und Lebensfragen von einem Berater, Coach, oder Therapeuten zu bedienen. Sehr schnell fallen dann Sätze wie: „Ich weiß alles; ich kann alles alleine!“. Oftmals ein Trugschluss, wie sich meist sehr schnell heraus stellt.

Irgendwann sind unsere Kräfte erschöpft, die gestellten Aufgaben sind zu viel. Der Betroffene merkt, dass er die Belastungen nicht mehr alleine schultern kann. Trotzdem traut er sich nicht, zu diesem Zeitpunkt um Hilfe zu bitten. Es treten Scham und Versagensängste in den Vordergrund. Der Leistungsdruck auf den Kandidaten erhöht sich um ein vielfaches. In der Folge werden die Probleme weiter vor sich her geschoben und der Betroffene handelt zu spät, oder gar nicht.

Seit Jahren führen die Studien von Krankenkassen und ärztlichen Vereinigungen über Erkrankungen ihrer Mitglieder „Burn Out“ auf den vorderen Plätzen an. Es braucht Mut und die Einsicht, dass man an dieser Stelle die Hilfe eines Dritten zur Lösungsfindung benötigt. Erst dann kann man sich wieder mit dem notwendigen Selbstbewusstsein zu neuen Ufern aufmachen.

Nicht nur Unternehmensvorstände, oder Geschäftsführer setzen sich zu spät mit der eigenen festgefahrenen Situation adäquat auseinander. Es sind oftmals die „normalen“ Angestellten, die allein erziehenden Eltern, oder die Pflegekräfte, die sich scheuen rechtzeitig den Finger zu heben.